Zwischen Abschied und Aufbruch

(Berühren für Vorschau)

Eingeschult im Sommer 2017 nahmen die damaligen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler nach acht Jahren am Mallinckrodt-Gymnasium ihre Abiturzeugnisse nach den erfolgreichen Abiturprüfungen in Empfang. Es war „eine letzte Zusammenkunft“ als Jahrgangsstufe, wie Schulseelsorger Herr Ebert es während des feierlichen Gottesdienstes in der Propsteikirche formulierte. Mit Ablauf des 04. Juli 2025 entlässt die Schulgemeinschaft des Mallinckrodt-Gymnasiums die Abiturientinnen und Abiturienten aus der Schule hinaus ins Leben.

Dennoch hinterlässt die nun ehemalige Q2 für mindestens zwei Jahre ihre Spuren: Die während des Gottesdienstes entzündete und von der Stufe gestaltete Abiturkerze begleitet die folgende Jahrgangsstufe bis zu ihrem Abitur 2027 in guter Erinnerung an den vorangegangenen Jahrgang.

Im Anschluss an den Gottesdienst schloss sich der nächste Programmpunkt fast nahtlos an: Im Großen Konzertsaal des Konzerthauses in der Brückstraße eröffnete das Schulorchester unter Leitung von Frau Veen die Zeugnisübergabe an die Abiturientinnen und Abiturienten.

Krönungsinteressierte Jahrgangsstufe

„Ihr habt es geschafft, alle Prüfungen liegen hinter euch“, beglückwünschte Schulleiter Herr Weishaupt die Q2 zum bestandenen Abitur. Ein Meilenstein, eine Wegmarke gar, sei nun erreicht und der Empfang der Abiturzeugnisse kröne die schulische Laufbahn – ganz nach dem Abiturmotto der „krönungsinteressierten Jahrgangsstufe“ Abistrokratie – Der Adel geht.

Er appellierte daran, dass sie „nicht einfach so durch blauen Teppich edel, blaublütig und aristokratisch“ würden und wünschte den Abiturientinnen und Abiturienten bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung „Weitherzigkeit und gutes, edles Denken, Tun und Handeln“ für andere. In einer zunehmend ich-orientierten Gesellschaft müsse die Abiturientia gemeinwohlorientiert und als Mutmacher, Vorbilder und Hoffnungsträger agieren.

„Die Welt mit Liebe fluten“

Erzbischof Dr. Udo-Markus Bentz zitierend drückte Herr Weishaupt seinen Wunsch aus, dass die Abiturientinnen und Abiturienten nicht nur die bloßen Abiturzeugnisse, sondern eine über mindestens die letzten acht Jahre erworbene große Portion „Substanz und Liebesfähigkeit“ auf ihrem weiteren Lebensweg mitnähmen und dass sie „bedeutsame Beiträge für die Gesellschaft“ lieferten.

Dompropst Monsignore Joachim Göbel übersandte für den Schulträger aus der Krypta des Hohen Doms in Paderborn seine Glückwünsche mittels einer Videobotschaft nach Dortmund – die ehemaligen Schülerinnen und Schüler hätten eine „Eintrittskarte für alles, was jetzt folgt“ erlangt. Er gab ihnen mit auf den Weg, dass Menschen nie „richtig“ fertig und perfekt seien, sondern sich stets in einer Entwicklung befänden. Die Abiturientin möge immer einen konzentrierten Blick auf die Welt und das Gute und Schöne, das es in der Welt gäbe, haben.

Musikalische Virtuosität an verschiedenen Instrumenten

Neben dem eingangs erwähnten Schulorchester, das der Zeugnisverleihung den musikalischen Rahmen schenkte, spielte eine Bläsergruppe der Q2 unter Mitwirkung von Herrn Konisch am Schlagzeug. Joseph Chang aus der Q2 trat als Solokünstler am Konzertflügel und im Duett mit Amelie Borchert (ebenfalls Q2) auf nur einem Klavierhocker auf. Allen Musikerinnen und Musikern ein herzliches Dankeschön für ihren Beitrag zur festlichen Atmosphäre!

„Success equals maturity times curiosity squared“

In seinem Redebeitrag wandelte Herr Caesar als Elternvertreter der Jahrgangsstufe die Formel der Relativitätstheorie ab und formte sie zu S=mc² um. Die Reife, also die maturity (=m), hätten die Abiturientinnen und Abiturienten mit dem Reifezeugnis erlangt und seien mit Wissen, Kompetenzen und Methoden ausgestattet. Nie verlieren dürften sie ihre Neugier, die curiosity (=c), die den Menschen an- und vorantreibe, sodass sie einen erfolgreichen, von success (=S) geprägten Lebensweg gestalten könnten. „Zuversicht bedeutet, nicht zu wissen, was kommt, sondern dass man glaubt, dass man etwas schaffen kann“, wünschte Herr Caesar der ehemaligen Schülerschaft größtmöglichen, individuellen Erfolg für den weiteren Lebensweg.

Als Schülersprecher des Mallinckrodt-Gymnasiums konnte Benedikt Kroker (EF) die Abiturientia während ihrer Schulzeit ziemlich genau beobachten und nun attestieren, dass – ebenfalls in Anlehnung an das Abiturmotto – „der Adel […] das Schloss“ verlasse, nachdem die Parkplätze vor besagtem Schloss in den letzten Jahren von „Kutschen“ belegt, der Eingang zum Schloss „Mallinckrodt“ in den großen Pausen bewacht gewesen und der „Drache Abitur“ schlussendlich besiegt worden sei.

Nach 12 Jahren Schulzeit, davon acht am Mallinckrodt-Gymnasium und rund 150 Klassenarbeiten und Klausuren in Mathematik, Deutsch und Englisch werde das Leben die Abiturientinnen und Abiturienten nun prüfen, so Benedikt Kroker.

Noblesse oblige

Die Stufenleitung, die die Schülerinnen und Schüler in ihrer Oberstufe „auf dem Weg zum kultivierten Blaublut“ besonders intensiv begleitet hat, erinnerte an „königliche Momente“ der „Adelsfamilie“. Frau Machholz und Herr Grothus appellierten daran, sich selbst treu zu bleiben, nie das wache Herz zu verlieren und darauf zu vertrauen, behütet zu sein. Sie wünschten der Abiturientia eine „Zukunft voll Glanz mit Bodenhaftung – Adel verpflichtet, noblesse oblige“. Die Stufenleitung gab ihnen mit auf den Weg, dass sie ihre Krone nie verlieren mögen und die Schulzeit nie vergessen.

Empfang der Abiturzeugnisse

Nach dem Redebeitrag der Stufensprecher Johannes Drack und Eike Wittenberg war es dann endlich so weit und der Höhepunkt, auf den die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schulzeit hingearbeitet hatten, war erreicht: Zehn kleineren Gruppen überreichten Herr Weishaupt, Frau Machholz und Herr Grothus die Reifezeugnisse auf der Bühne des Großen Konzertsaales, die SV übergab allen Abiturientinnen und Abiturienten jeweils eine Rose und der Ehemaligenverein, vertreten durch Maximilian Maranca, schenkte allen eine Tüte voller Überraschungen.

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Im Anschluss hieß es traditionell, nachdem der Abiturjahrgang aufgestanden war und sich zum Publikum im Saal umgedreht hatte, von Herrn Weishaupt: „Das ist sie, die Abiturientia 2025!“

Herzlichen Glückwunsch!

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