Vom 13. bis 16. Februar 2026 wurde die Jugendherberge in Bad Homburg zum internationalen Parkett: Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulen aus ganz Europa kamen zum diesjährigen Model United Nations (MUN) Workshop in der Jugendherberge Bad Homburg zusammen. Zwei Tage lang schlüpften sie in die Rollen von UN-Delegierten in verschiedenen Kommitees, verhandelten aktuelle globale Herausforderungen und bewiesen dabei beeindruckendes diplomatisches Geschick in englischer Sprache.
+++ Update am 25. Februar 2026: Ein Kollege der Wellington-School hat ein Video über das Wochenende in Bad Homburg fertiggestellt: +++
Ein formeller Auftakt: Delegate Registration
Nach der überraschend problemlosen Anreise mit der Deutschen Bahn, zumindest für die Dortmunder Delegation, wurden direkt und unmittelbar Kontakte unter den Schülerinnen und Schülern aus Schottland (Ayr), Frankreich (Angers, Beauvais, Mortefontaine), Deutschland (2x München, Dortmund), Slowenien (Ljubljana) und Spanien (Huesca) geknüpft und das Eis durch die entsprechenden Ice-Breaking Activities gebrochen.


Am Samstag begann das offizielle Programm mit der Delegate Registration – selbstverständlich in formeller Kleidung, der business attire. Im Rahmen der feierlichen Opening Ceremony wurden die Delegierten von den Vorsitzenden, den sogenannten Chairs, begrüßt und in ihre jeweiligen Komitees geführt.



Intensive Debatten in fünf Komitees
Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in folgenden Gremien:
- Security Council
- Politics Committee
- Health Committee
- Human Rights Committee
- Environment Committee
Eine besondere Rolle übernahmen dabei schottische Schülerinnen und Schüler, die als Chairs die Sitzungen leiteten, Debatten strukturierten und für einen professionellen Ablauf sorgten.




Bereits im Vorfeld hatten die Teilnehmenden sogenannte Position Papers zu den Themen ihres jeweils zugewiesenen Landes ausgearbeitet. Die Delegation Mallinckrodt übernahm die Positionen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Ukraine. Diese wurden zu Beginn der Sitzungen vorgestellt und bildeten die Grundlage für intensive Diskussionen, Verhandlungen und das Verfassen gemeinsamer Resolutionen. Bis Sonntag Nachmittag wurde engagiert debattiert, formuliert, geändert und abgestimmt.

General Assembly und Verabschiedung der Resolutionen
Höhepunkt des Workshops war die General Assembly, in der alle Delegationen zusammenkamen. Inhaltlich standen dabei die weltweiten gesundheitlichen Auswirkungen im fiktiven Szenario verunreinigter Lebensmittel im Fokus, konkret der internationale Ausbruch von Krankheitsfällen durch kontaminierten Thunfisch, der auf ein einziges Verarbeitungsunternehmen im Osten Thailands zurückgeführt wurde. In den Wochen zuvor hatten Gesundheitsbehörden in Asien, Europa, Afrika, Nord- und Südamerika einen deutlichen Anstieg von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Dosen-Thunfisch verzeichnet – mit schwerwiegenden Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch den Stopp von Exporten im Wert von mehreren Millionen Euro.



Bevor es zur offiziellen Debatte kam, begann zunächst eine Phase des informellen Lobbyings: Delegierte suchten das Gespräch mit anderen Ländern, bildeten Koalitionen und loteten gemeinsame Interessen aus. Ziel war es, einen tragfähigen gemeinsamen Weg zur Eindämmung der Krise, zur Verbesserung internationaler Kontrollmechanismen und zur Stärkung der Lebensmittelsicherheit abzustecken und genügend Unterstützung für das Resolutionspapier zu gewinnen. Die Mallinckrodt-Delegationen USA und Ukraine formten eine Koalition mit Indien und begannen die intensive Arbeit am Resolutionspapier.



In dieser Phase zeigte sich besonders deutlich, wie wichtig Diplomatie, Kompromissbereitschaft und strategisches Denken in internationalen Verhandlungen sind. Anschließend wurden mittels des formal lobbying möglichst viele Unterschriften der teilnehmenden Länder gesammelt.
Die Resolution mit den meisten Unterschriften – in diesem Fall die Resolution von Australien, Brasilien und Mexiko – wurde offiziell vorgestellt, diskutiert, um Amendments erweitert, u.a. auf Antrag der Ukraine, und wiederum diskutiert wurden, und schließlich zur Abstimmung gebracht. Die Qualität der Argumentationen, die rhetorischen Fähigkeiten und die Kompromissbereitschaft vieler Delegierter zeigten eindrucksvoll, wie ernsthaft und professionell die Teilnehmenden ihre Rollen wahrnahmen.


Auszeichnungen und Gemeinschaft
Im Anschluss wurden die Teilnahmezertifikate für alle Delegierten des jeweiligen Landes, das sie repräsentierten, von Mr. Alistair McDougall überreicht. Mehrere Schülerinnen und Schüler wurden für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet – sei es durch herausragende Redebeiträge, diplomatisches Geschick oder konstruktive Mitarbeit. Grundlage hierfür waren die Eindrücke der Chairs sowie von Mrs Coontz und Mr McDougall von den Delegierten während der Sitzungen in den Kommitees. Das Mallinckrodt-Gymnasium konnte insgesamt 7 Auszeichnungen für sich verbuchen, darunter der Award für die beste eingereichte Resolution und die Auszeichnung für die beste Delegation während des Workshops:
- Commended Delegate in Politics Committee: Bo Bartusch
- Best Delegate in Politics Committee: Johann Nachtwey
- Best Delegate in Human Rights Committee: Ellia Moiseeva
- Commended Delegate in Health Committee: Walaa Aljohari
- Best Delegate in Health Committee: Jakob Bernholz
- Best Resolution Award: Benedikt Kroker (Security Council)
- Best Delegation Award: Ukraine (Jakob Bernholz, Benedikt Kroker, Ellia Moiseeva, Johann Nachtwey, Clemens Rohde)



Neben aller politischen Ernsthaftigkeit und Formalität kam auch das Gemeinschaftserlebnis nicht zu kurz: Am Samstag Nachmittag erkundeten die Teilnehmenden Bad Homburg im Rahmen einer kreativen Selfie-Tour. Der Sonntag Abend fand seinen festlichen Abschluss im traditionellen Delegate Dance, bei dem in lockerer Atmosphäre gemeinsam gefeiert und die freundschaftlichen Kontakte, die hoffentlich noch lange über den Workshop hinaus andauern werden, intensiviert wurden.
Der diesjährige MUN-Workshop in Bad Homburg war nicht nur eine intensive Simulation internationaler Politik, sondern auch eine wertvolle Erfahrung interkultureller Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden konnten ihre Englischkenntnisse vertiefen, ihre Argumentationsfähigkeit stärken und erleben, wie wichtig Dialog, Respekt und Kompromissbereitschaft in der internationalen Politik sind.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr – und wie Secretary Chair James Watson zusammenfasste: „We simply ask you to never stop standing up for your dreams!“




































