Außerschulische Lernorte bieten vielfältige Möglichkeiten des Erlebens von theoretischen Unterrichtsthemen: Der Physik/Informatik-Kurs der Jahrgangsstufe 10 kann dieses nach seinem Besuch an der Ruhr-Universität Bochum bestätigen!
von Simon Speith (19c)
„Science-Fiction? Nein, Realität!“ Das dachten viele von uns, als wir Ende Januar den Reinraum für Mikrosystemtechnik der Ruhr-Universität Bochum betraten. Im Forschungslabor Mikroelektronik Bochum – dem ForLab Bochum – erhielten wir einen exklusiven Einblick in die Herstellung und Verarbeitung von Mikrochips, die das Herzstück vieler Geräte wie Smartphones oder Computer sind.
Vom Hauptbahnhof aus machten wir uns gemeinsam mit Herrn Hörsken und Herrn Dr. Wirsig mit dem Zug und der U-Bahn auf den Weg zur RUB. Dort angekommen beeindruckte uns bereits das imposante Gebäude der Fakultät für Elektrotechnik. Im Seminarraum angekommen freuten wir uns dann nicht nur über Kuchen, sondern auch über eine Menge geballtes Hintergrundwissen.
Herr Dr. Wieser erklärte uns anschaulich die Grundlagen zur Herstellung von Wafern, der dünnen Scheiben, auf denen Mikrochips gefertigt werden. So spannend die Theorie auch war, unser eigentliches Ziel war es, „Praxisluft“ zu schnuppern. Dafür ging es in den Keller, wo wir uns zunächst in einer Umkleide – die gleichzeitig als Schleuse diente – von Kopf bis Fuß in Schutzkleidung hüllten. Weil selbst kleinste Partikel die empfindlichen Wafer beschädigen können, ist dort höchste Reinheit erforderlich.


Das Highlight war zweifellos der sogenannte „Gelblichtraum“. Dort wurde uns die Fotolithografie vorgeführt – ein Verfahren, bei dem Wafer durch gezielte Belichtung und Ätzung bearbeitet werden.

In verschiedenen Räumen bekamen wir Einblicke in die zahlreichen Produktionsschritte und die dafür erforderlichen Anlagen. Wir sahen nicht nur Messlabore, Wasserfilteranlagen und ein riesiges System aus Gasleitungen. Im Seminarraum konnten wir auch unterschiedliche Sensoren ausprobieren und das Innere eines iPads unter einem Mikroskop betrachten. Man munkelt, dass wir einige Sensoren mithilfe einer Spielekonsole praktisch ausprobieren konnten. Als Erinnerung an diesen spannenden Tag durften wir einen eigenen Mallinckrodt-Wafer mit nach Hause nehmen.
Herzlichen Dank an Herrn Dr. Wieser und an das Team rund um das ForLab Bochum, die uns diesen faszinierenden Einblick ermöglicht haben!






