Direkt nach den Osterferien (13.–15. Mai 2026) ist der Leistungskurs Biologie der Jgst. Q1 von Herrn Koniusch auf Exkursion ins Biologiezentrum Bustedt im Kreis Herford gefahren, um dort praktische Untersuchungen im Freiland durchzuführen.
Schwerpunkt war zunächst die Gewässerökologie: Nach einer Führung durch die örtliche Kläranlage und einer Führung durch die Bustedter Wiesen, bei der man Eingriffe des Menschen in die Struktur des Brandbaches sehen konnte, wurden am Montag die Nahrungsbeziehungen in Stillgewässern analysiert. Mit Gummistiefeln, Fangnetzen und Sammelbehältern ausgerüstet suchten die 17 Schülerinnen und Schüler nach Lebewesen in drei verschiedenen Teichen, bestimmten sie anschließend im Labor und werteten die Funde aus.

Am Dienstag wurde mit chemischen, physikalischen und selbstverständlich biologischen Verfahren ermittelt, welcher Gewässergüteklasse der Brandbach zugeordnet werden kann – die Stelle, an der das Fließgewässer untersucht wird, liegt zwischen zwei Kläranlagen, und vor dem Hintergrund, dass ein großer Anteil des deutschen Trinkwassers aus Flüssen stammt, ist das eine spannende Frage. Erneut mussten Lebewesen gesammelt werden, da ihre jeweilige An- oder Abwesenheit eine Aussagekraft auf die Wasserqualität hat.















Nach der Auswertung am Nachmittag (der Brandbach hatte vom Bio-LK einen Wert von 2,1 bescheinigt bekommen; das ist ziemlich gut, wenn man bedenkt, wie der Brandbach in der Vergangenheit unter den Eingriffen der Menschen gelitten hat!) wurden Experimente mit zuvor gefangenen Bachflohkrebsen zur Atmung und zum Verhalten bei verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten durchgeführt.


Um den Einfluss des Menschen ging es auch am Mittwoch: Bei einer spannenden Führung des Biologen und Theologen Wilhelm Harting lernte der Kurs z. B., wie man in Sekundenschnelle erkennen kann, wie gesund ein Wald ist und wie das Ravensberger Hügelland – die Gegend, in der Bustedt liegt – entstanden ist. Diese Überlegungen führten gedanklich zurück in die Eiszeiten und zu den Spuren unserer Vorfahren, die versucht haben, das Land, den Boden und die Gewässer zu ihren Gunsten zu gestalten. Zusätzlich gab es allerlei Geschichten über außergewöhnliche biologische Phänomene, z. B. Atemknie von Sumpfzypressen, Thermometerhühner oder Furzgrundeln.


An den drei Tagen gab es Biologie auf allen Ebenen: Mal wurde über die molekulare Ebene nachgedacht, oft stand das Verhalten und die Anatomie einzelner Individuen im Mittelpunkt und regelmäßig wurde über das Ökosystem als großes Ganzes in den Blick genommen – mittendrin: Wir selbst. Abgerundet wurde das alles durch viele praktische Elemente mit Natur zum Anfassen, durch nettes Beisammensein bei den Mahlzeiten und Zwischendurch, durch ein hervorragendes Kursklima und Lagerfeuer mit Stockbrot an den beiden Abenden.






