von Herrn Lott
Mitte Februar konnten Sophia Kaminski und Levi Dewender (10c) Eva Bahr, Pädagogische Leiterin des Gast-Hauses, für ein Interview zu dem Thema „Die Vielgestalt der Armut in Dortmund“ gewinnen. Auszüge dieses Interviews sind jüngst von der Universität Passau im Rahmen des Projekts „Local Heroes“ angenommen und in die gleichnamige Datenbank überführt worden. Das Interview ist für alle Interessierten an dieser Stelle auf der Seite der Universität Passau einsehbar.

In einem prägnanten Satz beschreibt Eva Bahr die Armut, der sie im Herzen Dortmunds täglich begegnet: „Armut hat viele Gesichter. Kein Mensch ist davor gewappnet, in die Armut zu rutschen.“ Aus ihrer praktischen Erfahrung heraus gesprochen, wird deutlich, was Papst Leo XIV. in seinem ersten großen Dokument Dilexi te (2025) theologisch zuspitzt: „Die Armen, in all ihren Facetten, sind die wahren Lehrmeister des Evangeliums. Ihre Lebensumstände konfrontieren uns still mit unserer eigenen Schwachheit.“
Wenn Papst Leo Recht hat, dann erkennen wir in den Gesichtszügen des anderen nicht bloß den Fremden, den Ausgegrenzten oder den an die Ränder unserer Gesellschaft Gedrängten, sondern ganz und gar uns selbst. Diese „Ermutigung“ wird uns zu einem Spiegel, in dem die gewohnten Unterscheidungen zwischen Erfolg und Misserfolg, zwischen Anerkennung und Verachtung, zwischen Aufstieg und Abstieg überflüssig werden. Zurück bleibt die Erkenntnis, dass wir gerade von den lernen dürfen, denen unsere Gesellschaft kaum zugesteht, überhaupt etwas lehren zu können.





