„Bleibt gastfreundlich. So haben manche, ohne es zu wissen, durch Gast-Freundschaft in ihrem Haus den Botinnen und Boten Gottes Schutz gegeben“ (Hebräer 13,2)
Bereits ein Jahr nach der Gründung der ökumenischen Wohnungslosen-Initiative nahm die Kooperation des Gast-Hauses mit dem Mallinckrodt-Gymnasium Form an: Gegründet am 14. Januar 1996 vereinbarten der heutige Dompropst und ehemalige Schulseelsorger Msgr. Joachim Göbel und der damalige Pfarrer Reinhart Ellbracht die Kooperation zwischen der Initiative und der Schule. Diese – eher zufällige, aufgrund der Vertretung der Leitung von Gottesdiensten – Begegnung legte den Grundstein für die seit den 90er-Jahren andauernde Partnerschaft. Das Gast-Haus benötigte Unterstützung Freiwilliger und Ehrenamtlicher, das Mallinckrodt war zu der Zeit auf der Suche nach einem sozialen Projekt, das insbesondere die Oberstufe vor Ort unterstützen konnte – eine Win-Win-Situation für beide Parteien.
Jubiläumsfeier im Forum des Mallinckrodts
Am 14. Januar 2026 hat das Gast-Haus zur Jubiläumsfeier im Forum des Mallinckrodt-Gymnasiums eingeladen, um den Unterstützerinnen und Unterstützen, auf die das Gast-Haus seit Jahren und Jahrzehnten zählen kann, zu danken. Dieser Festakt markierte die 3. Runde der Feierlichkeiten: Bereits auf dem Sommerfest des Gast-Hauses im vergangenen Jahr haben die täglichen Besucherinnen und Besucher die Wohnungslosen-Initiative gefeiert und auch die Ehrenamtlichen und Festangestellten konnten sich bereits feiern lassen. Nach einem Empfang im Foyer des Mallinckrodt-Gymnasiums, unterstützt durch die Sozial Genial-AG der Schule, kam eine große Gruppe aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Kultur und vielen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der Stadtgesellschaft Forum zusammen.
Die 1. Vorsitzende des Gast-Hauses, Frau Birgit Pöting-Godehardt, eröffnete den Reigen der Redebeiträge und dankte für die Unterstützung, die Sach- und Geldspenden und allen, die sich „in den drei Häusern an der Rheinischen Straße engagieren“.

Der Schulleiter des Mallinckrodt-Gymnasiums, Herr Christoph Weishaupt, konstatierte dem Gast-Haus die Attribute „liebesdienlich“, „selbstlos“ sowie „gesellschaftsfördernd“ und attestierte der Initiative, ein „Dienst von Menschen am Menschen“ zu sein. Er gratulierte herzlich zum Jubiläum und sagte dem Gast-Haus die weitere Unterstützung durch die Gemeinschaft des Mallinckrodts zu.
In einem ökumenischen Gottesdienst mit allen Anwesenden, gestaltet von den Schulseelsorgern des Mallinckrodt-Gymnasiums, Frau König und Herrn Ebert, und mit Beteiligung der Gottesdienst-AG und der SV, gingen der Schülersprecher Benedikt Kroker und die stellvertretende Schülersprecherin Friedrike Schröder (beide Q1) darauf ein, dass die Menschen im Gast-Haus „nicht vergessen, sondern gehört“ würden. Hilfe beginne nicht bei perfekten Konzepten, sondern beim Bleiben und Zuhören mit echtem Mitgefühl. „Das Gast-Haus verändert Leben, verleiht Würde und schenkt Hoffnung“, schloss Benedikt Kroker.
Würdigung über Dortmunds Stadtgrenzen hinaus
Der Dortmunder Oberbürgermeister, Herr Alexander Kalouti, sprach vom Gast-Haus als einer wahren „Institution der Stadt“, die nicht nur „Beratung, Hygiene und Kultur“ biete, sondern „vor allem menschliche Zusammenkunft“. Es sei nicht nur die materielle und kulinarische Versorgung der Menschen, die das Angebot des Gast-Hauses nutzten, sondern vielmehr die ihnen entgegengebrachte Würde, die den Verein so wertvoll für die Stadt machten. Kalouti lobte insbesondere die Geschäftsführerin des Gast-Hauses, Kathrin Lauterborn, für ihren „unglaublich differenzierten Blick auf die Situationen“ und sicherte den Wohnungslosen in den weiteren kalten Wochen des Jahresanfangs die Unterstützung der Stadt zu.
Von 6 zu 170.000 Begegnungen im Jahr
30 Jahre Unterstützung Wohnungsloser – dieses besondere soziale Engagement wollte der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, persönlich würdigen und wohnte der Jubiläumsfeier bei. Bereits die Neujahrsansprache zum Jahreswechsel von 2022 auf 2023 hat er im Gast-Haus gesprochen, sodass er auch Gast im Mallinckrodt war und das Mikrofon für seine Festrede übernahm. Vor Ort in Dortmund sei ein „Ort der Geborgenheit geschaffen, für Wärme, für Gespräche, für Miteinander, vor allem aber ein Ort der Würde“, so der Ministerpräsident, der nur zu ganz besonderen Veranstaltung ginge – „und das ist so! Das Gasthaus ist etwas ganz Besonderes!“, bekräftigte er unter Applaus der Anwesenden. Wüst warf einen Blick in die Vergangenheit und beleuchtete die Anfänge des Gast-Hauses im Jahr 1996 mit acht Mitarbeitern und sechs Gästen bis hin zu 380 Helferinnen und Helfern, ehrenamtlich und festangestellt, die 170.000 Begegnungen mit Menschen im Jahr 2025 hatten. „Einsamkeit ist die soziale Frage unserer Zeit“, resümierte er und dankte für drei Jahrzehnte anhaltenden Einsatz.
Kaum jemand kann auf die Vergangenheit der Partnerschaft zwischen dem Gast-Haus und dem Mallinckrodt-Gymnasium zurückblicken, wie derjenige, der die Kooperation mitinitiiert hat: Dompropst Monsignore Joachim Göbel reiste aus Paderborn an und konstatierte, dass die „Zusammenarbeit mit dem Gast-Haus eine der schönsten Erinnerungen“ an seine Zeit in Dortmund sei. Die eingangs erwähnte zufällige Begegnung mit Pfarrer Ellbracht sei ein „Geschenk des Himmels“ gewesen. Im Anschluss verlas Msgr. Göbel ein Grußwort des Erzbischofs des Erzbistums Paderborn, Dr. Udo-Markus Bentz, der bekräftigte, dass die Leistung des Gast-Hauses kein Randthema sei, sondern in das Zentrum des Diskurses gehöre. Über Msgr. Göbel ließ er einen Scheck an das Gast-Haus überbringen.
Gemeinschaft, Zusammenhalt, Solidarität
Abschließend blickte die Geschäftsführerin des Gast-Hause, Katrin Lauterborn, in die Zukunft: Die Versorgung mit Wohnraum und die Prävention von Wohnungsverlust seien nur zwei der zentralen Arbeitsfelder, die sie auch mit Blick auf die (Lokal-)Politik aufstellte. Teilhabe und Inklusion sowie die Sicherung und Erweiterung der existentiellen Hilfen seien darüber hinaus die wesentlichen Arbeitsfelder des Gast-Hauses. Sie zeigte sich dankbar und gerührt von den jahrelangen Zeit-, Sach- und Geldspenden, die in Kombination die Arbeit an der Rheinischen Straße erst möglich machten. Lauterborn freute sich, „in der Zukunft einen weiteren Schritt nach vorne zu machen!“
Kurzweilig moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Hofmann aus dem Vorstand des eingetragenen Vereins und die Konzertband der Schule sorgte für den passenden musikalischen Rahmen unter Leitung von Frau Veen, die mit mehreren Stücken zur feierlichen Atmosphäre beitrug.


Live-Berichterstattung in der Lokalzeit
Auch der WDR berichtete live aus dem Forum und Eingangsbereich des Mallinckrodt-Gymnasiums. Zwei aktuelle Schülerinnen der Qualifikationsphase 1, Anna-Lotta Strack und Ellia Moiseeva, die von Sonja Gerhardt interviewt wurden, berichteten von ihren positiven Erfahrungen im Rahmen des Engagements im Gast-Haus und riefen zu intensiver Mithilfe im Gast-Haus auf (zum Video der Lokalzeit aus Dortmund hier entlang oder per Klick auf das nächste Bild; ab 6:30 Minuten »):

Nach dem offiziellen Teil der Feierlichkeiten und einer Vielzahl an Erinnerungsfotos kamen die Anwesenden in der Mensa der Schule zusammen, um gemeinsam in den Erinnerungen der letzten 30 Jahre zu schwelgen und die individuellen Eindrücke Revue passieren zu lassen.




Auf – mindestens! – weitere 30 Jahre der Partnerschaft zwischen Gast-Haus und Mallinckrodt!
Eine gesamte Übersicht der Fotos findet sich in folgender Galerie:















Fotos (Titelbild, Beitragsbilder, Galerien und Slider): Jonathan Doeker, Isabelle Machholz, Markus Mielek
Text: Felix Meier


































































